„Die Leistung in der Pflege wird vor allem von Frauen getragen – und das trotz Berufstätigkeit und dem Risiko, selbst krank oder zu einem Pflegefall zu werden“, erklärt Pia Zimmermann, pflegepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zur heutigen Vorstellung des DAK-Pflegereports 2015 mit dem Schwerpunktthema „So pflegt Deutschland“. Zimmermann weiter:

„Was der DAK-Report aufzeigt ist richtig, aber für die Bundesregierung nichts Neues. Schon mehrfach wurde angezeigt, dass Pflege vor allem in der Familie stattfindet und Frauen die Hauptlast der unbezahlten Pflege tragen. Bundesweit pflegen rund sechs Millionen Menschen ihre Angehörigen zumindest teilweise selbst, zwei Drittel dieser Pflegenden sind Frauen.

„Angekündigt wird, dass der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff nun Wirklichkeit wird. Durch die Reform des Begutachtungsverfahrens mit der Einführung neuer Pflegegrade werden endlich auch Menschen einbezogen, die bisher aufgrund des engen Pflegbedürftigkeitsbegriffs keinen oder nur einen unzureichenden Anspruch auf Pflegeleistungen hatten. Dass sich damit der Kreis der Anspruchsberechtigten deutlich erweitert, ist natürlich zu begrüßen. Gleichzeitig ist die nun geplante Reform ein weiteres Lehrstück über die Pflegepolitik der großen Koalition. Große Sprünge werden angekündigt, fortbewegt wird sich in Trippelschritten“, so Pia Zimmermann. Die pflegepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:

„Das ist eine Pflegereform light mit eklatanten Gerechtigkeitslücken. Zwar wird mit der Neudefinition des Pflegebegriffs ein Schritt in die richtige Richtung gemacht, doch ein echter Paradigmenwechsel in der Pflege muss mehr beinhalten als eine Ausweitung der Leistungsbezieherinnen und -bezieher. Dass der Kreis der Menschen, die Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung haben, ausgeweitet werden soll, ist dem jahrelangen politischen Druck von Gewerkschaften, Sozialverbänden und Betroffenenorganisationen zu verdanken“, erklärt Pia Zimmermann, pflegepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. Zimmermann weiter:

„Pflegerische Versorgung ist eine zentrale Aufgabe des 21. Jahrhunderts. Diesen Stellenwert muss sie auch im politischen Handeln der Bundesregierung bekommen“, erklärt Pia Zimmermann, pflegepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf den heute in Berlin beginnenden 2. Deutschen Pflegetag. „Die heute veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, dass die Zahl der Pflegebedürftigen weiter gestiegen ist, wobei die Pflegestatistik ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit zeichnet, da die reale Zahl der Menschen mit Pflegebedarf noch deutlich höher ist. Nicht erfasst werden nämlich all diejenigen, die aufgrund des überholten gesetzlichen Pflegebegriffs nicht anspruchsberechtigt sind. Die Bundesregierung darf die Einführung des neuen Pflegebegriffs nicht weiter verzögern, damit endlich auch Menschen mit demenziellen Erkrankungen angemessen berücksichtigt werden.“ Zimmermann weiter:

„Die vom Pflegebevollmächtigten Karl-Josef Laumann in Auftrag gegebene Studie bietet einen guten Überblick über die Gehalts- und Arbeitszeitsituation von Pflegekräften. In der Tendenz liefert sie aber wenig Erkenntnisgewinn, viele der aufgezeigten Probleme sind schon lange bekannt. Es kommt darauf an, welche politischen Konsequenzen nun gezogen werden“, so die pflegepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE Pia Zimmermann. Zimmermann weiter: