Bundesregierung ohne Konzept für Umsetzung des neuen Pflegebegriffs

„Pflegerische Versorgung ist eine zentrale Aufgabe des 21. Jahrhunderts. Diesen Stellenwert muss sie auch im politischen Handeln der Bundesregierung bekommen“, erklärt Pia Zimmermann, pflegepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf den heute in Berlin beginnenden 2. Deutschen Pflegetag. „Die heute veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, dass die Zahl der Pflegebedürftigen weiter gestiegen ist, wobei die Pflegestatistik ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit zeichnet, da die reale Zahl der Menschen mit Pflegebedarf noch deutlich höher ist. Nicht erfasst werden nämlich all diejenigen, die aufgrund des überholten gesetzlichen Pflegebegriffs nicht anspruchsberechtigt sind. Die Bundesregierung darf die Einführung des neuen Pflegebegriffs nicht weiter verzögern, damit endlich auch Menschen mit demenziellen Erkrankungen angemessen berücksichtigt werden.“ Zimmermann weiter:

„Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt stetig. Immer mehr professionelle ambulante Pflege wird gebraucht, fehlt aber in der Fläche. Statt kleiner Verbesserungen und unzureichender Nachjustierungen brauchen wir endlich einen wirklichen Paradigmenwechsel in der Pflege. Selbstbestimmte Teilhabe, Ganzheitlichkeit und Alltagskompetenz müssen bei der Pflege im Vordergrund stehen. Der Pflegebedarf der Menschen darf nicht Kostenargumenten untergeordnet werden. Genau das tut aber die Bundesregierung, wenn sie den neuen Pflegebegriff einführt, ohne ein Gesamtkonzept für die Finanzierung zu haben. Solange die Pflegeversicherung nur einen Teil der tatsächlich anfallenden Kosten abdeckt, sind die Reden von Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit nur schöne Worte. Gute, menschenwürdige Pflege bleibt weiterhin ein Privileg für diejenigen, die das nötige Kleingeld haben.“